Die künstlerische Intension unserer "Erotischen Phantasmata" ist es, mit unseren erotischen Grafiken, Gemälden und Collagen "Die erotische Geschichte und Imagination hinter der realen erotischen Abbildung" oder allgemein formuliert "Das imaginative Bild hinter dem realen Bild" bewusst zu machen.

Dabei inszenieren wir die "Erotischen Phantasmata" zum einen in Einzelwerken wie auch in mehreren thematisch geschlossenen Bildfolgen, mit denen wir die psychologischen Prozesse und komplexen Wechselwirkungen erotischer Handlungen, Interaktionen und Abläufe wie in einer filmischen Abfolge in toto dramatisieren können. Diese Bildfolgen können bis zu sechs oder auch mehr Einzelbilder umfassen.

Außerdem kreieren wir von jedem Sujet der Einzelbilder wie den Bildsequenzen immer auch verschiedene formale und künstlerische Versionen. So dass es von einer Thematisierung zusätzlich sehr unterschiedliche psychologische Interpretationen gibt.

Da sexuelle Interaktionen immer ein wechselseitiges aufeinander bezogenes Verhalten und eine wechselseitige Beeinflussung zwischen mindestens zwei Sexualpartnern sind - auch in der Selbstbefriedigung, wo in den sexuellen Fantasien dito immer imaginäre Partner einbezogen werden - inszenieren und gestalten wir durch Perspektivenübernahme der möglichen Rezipienten in einem gemeinsamen künstlerischen interpretativen Paradigma "von, über und mit mir" unsere "Erotischen Phantasmata".

Ich bin dabei als Künstlerin in den Schaffensprozess entweder realiter Bezug oder allein nur als Phantasma und Idee der Dramatisierungen immer auch personalisierter Teil der Inszenierungen und demzufolge entweder externalisiertes Kritallisations-Objekt oder -Subjekt der erotischen Projektionen.

Die Darstellungen und Dramatisierungen der Bildinhalte und Bildsprache der "Erotischen Phantasmata" folgen dabei allein dem Primat, dass in der Liebe und Sexualität vorbehaltlos alles erlaubt ist, was allen beteiligten Partnern gefällt. Und so spiegeln die Werke ein von allen moralischen Zwängen und Normen freies erotisches Imago und thematisieren auch grenzüberschreitende Bereiche der Erotik und Sexualität.

Dabei kann die Wahrhaftigkeit der dargestellten konkreten Bildgeschichten in bezug auf das tatsächliche Geschehen entweder erstrangig, aber häufig auch nur zweitrangig oder sogar scheinbar nur akzidentiell sein. Gleichwohl sind Bildinszenierungen im wesentlichen immer Metaphern, die auf die transzendenten Geheimnisse und die Mystik in der Erotik und Sexualität verweisen.

Die Visualisierung der "Erotischen Phantasmata", von denen immer eine mehrdeutige Symbolwirkung ausgeht, wirkt zunächst allein durch ihre inhaltliche Thematisierung und formale Bildgestaltung, die wiederum sinnliche und mentale Vorstellungsbilder und Imaginationen hervorrufen.

Sind die Bildinhalte hierauf ausreichend strukturiert worden, tendiert der Rezipient grundsätzlich immer dazu, die Bildbotschaften weitgehend nur noch im Sinne seiner eigenen erotischen Konzepte wahrzunehmen. Er transportiert nur die für ihn wichtigen Symbolbedeutungen, die ihm eine erweiterte Konnotation und Sinngebung zu den konkreten Bildaussagen liefern und löst so bei ihm häufig verborgene oder verdrängte, nicht bewusste sexuelle Gefühle und Wünsche aus, die allein aus seiner erotischen Fantasie und ganz persönlichen Erlebniswelt kommen.

Dies geschieht aber trotzdem keineswegs im Widerspruch zur konkreten Bilddarstellung. In dem Prozess der Symbolisierung der Bildhandlungen wird eine psychologische Transformation evoziert, durch die die erotische und sexuelle Sinneswelt des Rezipienten zunächst aufgelöst und durchdrungen wird, um anschließend aufs neue und tiefere Weise internalisiert und erfahren wird.

Die Dramatisierungen der "Erotischen Phantasmata" verdichten damit die Einsicht seiner inneren Erfahrungen als dem allein möglichen direkten Zugang zur metaphysischen Erotik und Sexualität. "Das personalisierte imaginative Bild des Rezipienten hinter dem realen Bild" stellt somit das Leit- und Wunschbild einer tabufrei ausgelebten Erotik und Sexualität dar. Ein Ideal, häufig auch nur eine Fiktion, die allein durch die mentalen Vorstellungsbilder des Betrachters geschaffen wird.

Da durch "Die Geschichte hinter dem Bild der Erotischen Phantasmata", parallel zur konkreten Abbildung, gleichzeitig immer gegensätzliche und dazu auch noch mehrdeutige psychologische Verarbeitungsprozesse ausgelöst werden, verursachen diese vielschichtigen Gegensätzlichkeiten zwischen den tatsächlichen Bildinhalten und den mentalen Vorstellungsbildern immer innere Spannungen, so dass dies beim Rezipienten zu sehr differenten, von ihm bisher so noch nie wahrgenommenen sinnlichen Vorstellungsbildern und Assoziationen kommen kann.

Die emotionale Wirkung und psychologische Deutung der "Erotischen Phantasmata" beruht dabei auf allgemein gültigen psychologischen und triebhaften Grundbedürfnissen und Motivationen in der Sexualität, denn auch in den real gelebten, bewusst inszenierten sexuellen Partnerbeziehungen spielt sich gleichzeitig immer auch eine häufig nicht bewusste sublime Geschichte hinter der eigentlichen sexuellen Handlung ab.

Es sind erst diese sublimen Geschichten bei sexuellen Interaktionen und Handlungen, dass die Beziehung zu einem Sexualpartner so magische und mystische Wirkung auf uns hat, durch die wir den Partner immer wieder neu entdecken und erleben. Sie sind das eigentliche Geheimnis einer von jedem ersehnten vollkommenen und erfüllten Sexualbeziehung. Daraus leitet sich auch die Erfahrung ab, dass Sexualität vor allem im Kopf stattfindet.

Sehr offene tabufreie sexuelle Darstellungen ohne moralisches Diktat, aber auch genauso subtile erotische Thematisierungen, lösen bei allen Menschen immer sehr starke, entweder positiv oder negativ gefärbte emotionale Reaktionen und Assoziationen aus. Dabei sind die psychologischen Empfindungen und Erregungen nicht nur abhängig von den individuellen Erfahrungen, Wünschen und Fantasien des Rezipienten, sondern sie sind auch durch die kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Normen bestimmt.

Dementsprechend provozieren wir gezielt mit unseren "Erotischen Phantasmata" entweder sehr direkt einen offenen Tabubruch oder auch nur ein unterschwellig erkennbares gesellschaftliches, soziales oder kulturelles Interdikt, und konfrontieren damit den Rezipienten sehr direkt oder subtil und indirekt mit der Frage nach seinen geheimsten oder verdrängten Wünschen, nach seinen ganz persönlichen sexuellen oder pornografischen "Geschichten hinter dem Bild", die das Kunstwerk auslöst.

So aufgefasst, muss und sollte auch nicht "Das Bild hinter dem Bild" in seiner letzten Bedeutung kognitiv verstanden werden, sondern muss vom Rezipienten allein nur emotional transzendiert werden. Denn so wie es in der Erotik und Sexualität keinen allgemein gültigen Sinngehalt gibt, gibt es diesen auch nicht in den "Erotischen Phantasmata".

Die psychologische Wirkung und Bedeutung "Des Bildes hinter dem Bild" liegt immer jenseits des Sinn- und Bildhaften, allein nur im Erfahren oder zumindest Erahnen der Transzendenz, die durch das Bild in die Wirklichkeit reflektiert wird und damit zu einem Dialog mit uns selbst und einer Konfrontation mit unseren geheimsten erotischen und sexuellen Vorstellungsbildern führt, um dadurch letztlich auch in den psychologischen Phänomenen der eigenen gelebten Sexualität noch intensiver erfahren zu werden.

Ulrike Ertel, Henner J.H. Ertel, München, den 28. Juli 1966

Virtuelle Galerie "Erotische Phantasmata"

Unser sehr umfangreiches Werk der "Erotischen Phantasmata" war in den letzten 40 Jahren bisher nur für einen kleinen Kreis von Liebhabern erotischer Kunst bestimmt. Mit meiner virtuellen Galerie präsentieren und bieten wir nunmehr allen interessierten Kunstliebhabern in regelmäßig wechselnden Ausstellungen auch unsere erotischen Werke an.

Da einige dieser Werke pornografische Themen aufgreifen, dürfen nur Erwachsene in die virtuellen Ausstellungsräume. Wenn Sie also die Ausstellungen besuchen wollen, müssten Sie sich anmelden. Wir garantieren Ihnen, dass Ihre Daten anonymisiert bleiben und natürlich nicht weitergegeben werden.

Wenn Sie an einem Werk interessiert sind, können Sie mich persönlich anrufen oder mir eine E-Mail schicken.

Wenn Sie aus einer der aktuellen Ausstellungen ein Bild erwerben, bekommen Sie von mir ein "Erotisches Phantasma" oder auf Wunsch auch eine andere Grafik geschenkt.

Ich würde mich auch freuen, wenn Sie mir Ihre Freude oder Kritik an meiner virtuellen Galerie persönlich oder per E-Mail mitteilen würden.